Wie wird ein Damastmesser geschmiedet?

Hochwertige Qualität macht Sinn

Feuerschweißen © HORL, Markus Ruf

Der Messerschmiedemeister zeigt wie aus drei Stählen ein Damast-Unikat entsteht.

Der Arbeitsplatz von Karim Khedira wirkt rustikal und lädt auf eine Reise durch die Zeit ein. Statt modernster Technik finden sich an dessen Arbeitsplatz im schweizerischen Liestal altbewährte Maschinen wie der Herkules Lufthammer aus dem Jahr 1945. Neben der nötigen Schlagkraft und Ausdauer lebe das Handwerk laut Karim Khedira vor allem von gutem Augenmaß, künstlerischem Gespür und Liebe zum Detail. Hitze, Staub und eine besondere Geräuschkulisse gehören zu seinem Arbeitsalltag.

Warum es sich lohnt, auf individuell geschmiedete Messer zu setzen, liegt für Karim Khedira auf der Hand: „Wer sich ein Messer anfertigen lässt, investiert in einen Begleiter auf Lebenszeit und bekommt das Maximum an Qualität.“ Auch beim Schärfen von Messern spielt die Qualität des Stahls eine wichtige Rolle, wie Timo Horl, erklärt: „Grundsätzlich kann beim Schärfen eines Messers nur das Schärfepotenzial entfaltet werden, welches der Messerstahl zulässt. Je hochwertiger der Messerstahl, desto beeindruckender das Schärfeergebnis.“

Aufwendige Schmiedekunst

256 Lagen aus edlem Damast, sprühende Funken und gezielte Hammerschläge – der Freiburger Hersteller von Messerschärfern HORL 1993 (HORL®) zeigt in einer Videodokumentation gemeinsam mit dem Messerschmiedemeister Karim Khedira, wie dieser ein individuelles Damastmesser anfertigt. Mit der Aktion möchte das Freiburger Familienunternehmen Aufmerksamkeit für das Traditionshandwerk schaffen und zeigen, wie eines der ältesten Werkzeuge der Welt durch aufwendige Schmiedekunst entsteht.

Die Dokumentation zeigt Schritt für Schritt, wie Karim Khedira aus drei verschiedenen Stählen ein Paket schmiedet und dieses zum Damast-Unikat verarbeitet.

„Bis heute hat sich außer den Maschinen kaum etwas an dem ursprünglichen Handwerk geändert. Es fasziniert mich, den Stahl zunächst mit Feuer und roher Kraft in Form zu bringen, um später immer präziser die Details an meinen Werken auszuarbeiten. Für mich ist es naheliegend, warum Schmieden schon früher Zauberei nachgesagt wurde, denn es braucht enorm viel Wissen“, so Karim Khedira.

Während der Messerschmiedemeister in der Kombination aus Kunst, Detailverliebtheit und Muskelkraft seine Leidenschaft auslebt, sieht er in der körperlich anspruchsvollen Arbeit auch einen Grund für das Ausbleiben des Nachwuchses. Zudem habe sich der traditionelle Ausbildungsweg stark der Industrie angepasst und es gäbe kaum noch ausbildende Schmieden.

Mit seiner Arbeit möchte Karim Khedira dazu beitragen, dass das von Generation zu Generation übertragene, mitunter älteste Handwerk der Welt weiterhin Bestand hat. Außerdem sei es ihm wichtig, das Bewusstsein für das Traditionshandwerk sowie für individuelle Qualität zu schärfen.

Details zum Damastmesser:

256 Lagen aus edlem Damast, bestehend aus 90MnCrV8 / 115W8 / 75Ni8 Stahl, Klingenlänge 18 cm, Gesamtlänge 31 cm, Messerhärte zwischen 61-63 HRC, schwarzer Holzgriff aus stabilisierter Mooreiche.

ots

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