Preisaufschlag für Elektrofahrzeuge im Sinkflug

E-Auto Tankstelle Georg Sander/pixelio.de

 

Aktuelle Modelle im Schnitt nur noch um etwa die Hälfte teurer laut Horváth-Studie.

Die hohen Anschaffungspreise für Elektrofahrzeuge stellen bislang eine der größten Hürden für die Etablierung der Elektromobilität in Deutschland dar. Doch dieses Argument könnte bald hinfällig werden, wie eine aktuelle Studie der Managementberatung Horváth & Partners zeigt. Die Berater haben den aktuell verfügbaren Elektromodellen entsprechende Referenzfahrzeuge zugeordnet, die in Bezug auf Kriterien wie Motorisierung, Größe und Markenstärke vergleichbar sind. Ergebnis: Waren Elektrofahrzeuge bis 2010 noch fast doppelt so teuer wie vergleichbare Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren, beträgt der Preisaufschlag für Elektrofahrzeuge, die 2013 neu in den Markt gekommen sind, im Durchschnitt nur noch knapp 45 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr, wo der Wert noch über 54 Prozent lag, ist das ein Rückgang von fast 20 Prozent.

„Zwar sind Elektroautos auch unter Berücksichtigung günstigerer Energie- und Wartungskosten weiterhin deutlich teurer als vergleichbare Verbrenner, aber der Aufschlag, den elektromobilitätsinteressierte Käufer in Kauf nehmen müssen, ist dramatisch gesunken,“ stellt Studienleiter Dr. Oliver Greiner, Partner bei Horváth & Partners, fest.

Würde sich der Trend der letzten drei Jahre fortsetzen, so läge der Aufpreis für Elektrofahrzeuge bis 2020 deutlich unter 10 Prozent. Aus Sicht von Heiko Fink, Automobilexperte bei Horváth & Partners und Co-Autor der Studie, hat dieser Trend zwei wesentliche Ursachen. „Zum einen sind die Batteriepreise in den letzten drei Jahren deutlich gefallen. Zum anderen scheinen Automobilhersteller bereit, auf Marge zu verzichten, um die Stückzahl zu erhöhen. Sie versuchen, den Markt zu besetzen und Skaleneffekte zu erzielen.“

Fallende Preise für Elektrofahrzeuge können dazu beitragen, dass die aktuelle Dynamik in Richtung Elektromobilität ungebrochen bleibt. Ca. 14.700 PKW fuhren Ende 2013 in Deutschland bereits elektrisch (rein batteriegetriebene Fahrzeuge und Plug-In-Hybride). Das ist ein Plus von fast 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Unter der Prämisse, dass sich die Wachstumsrate der letzten drei Jahre bis 2020 fortsetzt, wird das 2010 ausgerufene Ziel der Bundesregierung, dass bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen im Einsatz sind, mit 885.000 Elektrofahrzeugen fast erreicht.

Zur Studie:

Im Rahmen des „Fakten-Check Mobilität 3.0“ analysieren die Berater von Horváth & Partners jährlich die Entwicklung wesentlicher Treibergrößen der Elektromobilität und der Neuen Mobilität in Deutschland. Auf der Grundlage der verwendeten IST-Werte rechnen sie dabei das aktuelle Wachstumsmomentum auf das Jahr 2020 hoch. Dieser Hochrechnung werden entsprechende Zielwerte gegenüber gestellt. So lassen sich Aussagen zur Wahrscheinlichkeit der Erreichung relevanter Schlüsselgrößen der Mobilität im Jahr 2020 treffen.

 

pts

 

 

 

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