Bei Schneemangel helfen die Beschneiungsanlagen

Foto: metropolis2005/pixelio.de

Zum Skifahren braucht es vor allem zwei Dinge: ausreichenden Schneefall und niedrige Temperaturen!

Während Skifreunde früher auch bei Minusgraden so manches Mal auf den lang ersehnten Schneefall warten mussten, garantieren Schneekanonen und -lanzen heutzutage Schneesicherheit und damit den Liftbetrieb von Skigebieten. Der Einsatz von Schneeerzeugern hat die Planbarkeit des Wintersports grundlegend verändert. Worin sich Natur- und technischer Schnee unterscheiden, zeigt DSV aktiv auf.

Gleich und doch verschieden

Egal woher er stammt, im Grunde genommen ist Schnee gleich Schnee – gefrorenes Wasser das in Form von winzigen Eiskristallen gemächlich auf die Erde fällt. Doch gewiss ganz anders sehen das Skifahrer, die während der Wintersaison regelmäßig in Richtung Berge aufbrechen. Sie wissen: Schnee ist eben nicht gleich Schnee. Er unterscheidet sich deutlich in seiner Konsistenz und spielt bei der Skiwahl und dem Fahrgefühl eine wichtige Rolle.

Feine Details machen den Unterschied

Von fluffig und pulvrig bis hin zu kompakt und griffig – die Beschaffenheit von Schnee und Piste kann sehr unterschiedlich ausfallen. Das hängt zu einem großen Teil davon ab, woher die Schneeflocken stammen. Naturschnee bildet kleine Kristalle, die sich durch den Kontakt mit feinsten Luftpartikeln formen und Luft binden. Entstehen die winzigen Eiskristalle in der Atmosphäre, haben sie auf dem Weg zur Erde viel Zeit und Möglichkeiten sich mit anderen Wassertropfen zu verbinden und zu wachsen.

Temperatur und Luftfeuchtigkeit sind ebenfalls entscheidende Faktoren, die ausschlaggebend dafür sind, wie trocken oder kompakt der Schnee am Boden ankommt. Ist die Luftfeuchtigkeit besonders hoch und die Temperatur am Boden mit Werten um den Gefrierpunkt niedrig verschmelzen und verkleben die sternförmigen Kristalle in der Luft miteinander zu immer größeren Schneeflocken. Wird es kälter, fällt der Schnee nur noch in ganz feinen Kristallen. Sinken die Temperaturen weiter, verringert sich auch die Luftfeuchtigkeit, der Schnee bleibt dann als pudrige Pulverschicht auf den Pisten liegen.

Spätestens dann zieht es Tiefschneeliebhaber in die Skigebiete. Doch bis es soweit ist, ist Geduld gefragt. Denn der beliebte „Powder“ schafft es nur auf die Erde, wenn er aus der Atmosphäre stammt. Künstlich und mit technischer Hilfe von Schneekanonen oder Schneelanzen lässt er sich nicht in vergleichbarer Qualität und Konsistenz herstellen. Zum Einsatz kommen dann auch die längeren und breiteren Ski. Sie „schwimmen“ im tieferen Pulverschnee besser oben auf als Skitypen die eher für gut präparierte und glatte Pisten geeignet sind.

Liegt und hält: Technischer Schnee schließt die Schneedecke

Bei technischem Schnee können die feinen Wassertröpfchen nur bis zu einer gewissen Höhe und erst ab Temperaturen um den Gefrierpunkt aus den Düsen der Schneekanonen und -lanzen geblasen werden, damit sie sich in der Luft in Kristalle verwandeln – für die Produktion optimal sind Minusgrade! Der Weg der Wassertropfen, die in der Luft Eiskristalle bilden, ist relativ kurz. Deshalb bleiben sie vergleichsweise klein und können kaum Luft innerhalb der Kristalle einschließen. Der Schnee ist dadurch kompakter, seine Feuchtigkeit und Dichte sind um ein Vielfaches höher. Technischer Schnee eignet sich daher ideal, um zum Winterstart für eine geschlossene Schneedecke zu sorgen. Er lässt sich auf Grund seiner Formbarkeit ebenfalls gut zur Pistenpräparierung einsetzen. Hier ist vor allem ein harter und glatter Untergrund gefragt, der auch die Skiwahl beeinflusst.

Die besonderen Eigenschaften technischen Schnees haben ihn zu einem wichtigen Faktor für die Präparierung von Rennstrecken gemacht. Sogenannter „Kunstschnee“ garantiert eine höhere Schnee-Stabilität und ist heutzutage unverzichtbar für Skirennstrecken geworden.

Rauf auf die Piste – mit dem richtigen Ski unter den Schuhen

Unabhängig davon, ob der Schnee auf den Skipisten aus den Wolken oder aus den verschiedenen Beschneiungsanlagen stammt: Auf gut präparierten und griffigen Pisten sollten Skifahrer eher zu drehfreudigen Genuss-, Sport-, Slalom- oder Race-Carvern greifen. Im Gegensatz zu längeren und breiteren Skitypen, die sich für Tiefschnee- oder Geländefahrten eignen. Auch das Aufkanten gelingt leichter und mit weniger Krafteinsatz. Bei breiten Ski ist der Weg von der einen zur anderen Kante relativ weit, das Aufkanten kostet mehr Mühe, der Ski verliert zudem an Spritzigkeit.

Nicht zu vergessen: Wer häufig in Skigebieten unterwegs ist, sollte die Skikanten in regelmäßigen Abständen und von Profis schärfen lassen.

Die perfekte Kante

Gerade das Thema Skiservice ist eine Wissenschaft für sich, bei der es unter anderem auf den richtigen Kantenwinkel ankommt. Bei sehr guten Skifahrern kann dieser schon mal bei 88 Grad liegen, in der Regel wird die Skikante im Breitensportbereich aber auf 90 Grad geschliffen. Dafür stehen zum Beispiel die DSV aktiv-Partnersportgeschäfte mit Rat und Tat zur Seite.

Kleinere Korrekturen am Ski können Skifahrer auch selbst vornehmen: Gerade bei härteren und kompakten Pisten kann sich schon nach einem Skitag ein Grat an der Kante bilden, der sich mit einem speziellen Schleifgummi ganz einfach entfernen lässt. Zum Scharfschleifen der Kanten sollten auch erfahrene Wintersportler jedoch immer ein Sportfachgeschäft aufsuchen. Dort werden die Ski mit speziellen Schleifmaschinen bearbeitet.

Gerade für Vielfahrer, die überwiegend auf technisch beschneiten Pisten unterwegs sind, lohnt es sich, die Service-Intervalle an die Häufigkeit der Skiausflüge anzupassen, um auf der Piste maximalen und sicheren Spaß zu erleben. Im Extremfall kann ein Besuch im Sportfachhandel schon nach zwei Tagen notwendig sein: Nur eine gut geschliffene Kante gibt in Kurven festen Halt und greift bei Brems- und Ausweichmanövern rechtzeitig. Und gerade bei künstlichem Schnee ist die Qualität der Kantenpräparation wichtig.

 

 

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