Wieviel Vergesslichkeit ist normal?

Das Gehirn trainieren und aktiv bleiben

Gehirntraining mit Sudoku
Gehirntraining mit Sudoku© Hartmut910_pixelio.de

Wer seinen Gehirnkasten auf Trab hält, bleibt lange mental fit.

Wieviel Vergesslichkeit ist normal? Damit das Gehirn aktiv bleibt, hilft viel Bewegung, gesunde Ernährung oder Gehirnjogging zum Beispiel mit Sudoku-Rätseln. Dies alles stärkt unsere geistigen Fähigkeiten.

Im Alter wird das Gehirn weniger flexibel

Mit steigendem Alter lässt häufig auch das Erinnerungsvermögen nach. Mal ist es der Name des Nachbarn, mal die Brille auf dem Wohnzimmertisch, die vergessen wird. Das ist zunächst normal, kann aber trotzdem verunsichern: Handelt es sich um schlichte Vergesslichkeit – oder bereits um Anzeichen einer Gedächtnisstörung? Gemeinsam mit Dr. Andreas Schöpf, Facharzt für Neurologie und klinische Geriatrie im Gebiet Neurologie, wurde ein neuer Gedächtnistest für die Website gegen-das-vergessen.net entwickelt, um die eigene Gehirnleistung besser einzuschätzen.

Sonnenstrahlen und Vogelgezwitscher locken an diesem Morgen schon früh aus dem Bett, ein schöner Tag um die Nachmittagsstunden gemütlich mit einem Kaffee auf dem sonnengeküssten Balkon zu verbringen. Barbara will dazu ihren geliebten Apfelkuchen backen. Ein ganz besonderes Rezept mit Frischkäseguss und Walnüssen. Doch der 67-Jährigen will einfach nicht einfallen, wo sie die Walnüsse hingelegt hat. In der Einkaufstasche waren sie doch noch – oder etwa nicht? In letzter Zeit passiert ihr das immer häufiger: Sie verlegt ihren Schlüssel oder erinnert sich nicht an die Straßennamen. Kein Thema über das sie gerne reden möchte. Aber während sie sich anfangs über die vergessenen Dinge noch ärgerte, sorgt sie sich mittlerweile immer häufiger darum, ob sie wirklich nur etwas schusselig ist, oder mehr dahinter steckt.

Unsicherheiten überwinden – Gedächtnis testen

Wie Barbara geht es vielen. Mal ist es die Brille, dann wieder Namen oder Telefonnummern, die vergessen werden. Ein beunruhigendes Gefühl, das den Alltag überdeckt.

„Viele Betroffene möchten sich trotz wachsender Sorgen zunächst niemandem anvertrauen. Die Unsicherheit, ob die Vergesslichkeit noch normal ist oder es bereits Warnsignale für ernsthaftere Gedächtnisprobleme sind, ist für viele zu groß“ weiß Dr. Andreas Schöpf.

Seit mehr als 25 Jahren konzentriert er sich auf die gesundheitlichen Probleme des Älterwerdens. In seinem Praxiszentrum für Neurologie und Neurogeriatrie in Mülheim beschäftigt er sich unter anderem intensiv mit neuen Perspektiven der Demenzdiagnostik und Behandlung. Gemeinsam mit ratiopharm hat er nun einen Online-Gedächtnistest entwickelt, der es möglich macht, die persönliche Gehirnleistung in den eigenen vier Wänden zu testen und besser einschätzen zu können. Dabei wird gerechnet, erinnert, konstruiert und geordnet – 12 Fragen sollen klären, ob es bereits bestimmte Beeinträchtigungen von Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Denkvermögen gibt.

Gedächtnistest
Online-Gedächtistest / © „obs/ratiopharm GmbH“

Testen, informieren und trainieren

Der Gedächtnistest kann ab sofort auf der Website www.gegen-das-vergessen.net durchgeführt werden. Betroffene und deren Angehörige finden auf der Seite außerdem umfassende Informationen zum Thema Gedächtnis und Gedächtnisverlust. Zahlreiche Beiträge und ein Erklärvideo zeigen einfach und verständlich, wie das Gedächtnis funktioniert und wie man es fit halten kann. Hinzu kommen diverse Anregungen, um den Alltag zu bereichern und ganz nebenbei das Gedächtnis zu unterstützen: Von leckeren Rezepten über Ratschläge für einen aktiven Lebensstil bis hin zu spannenden Rätseln für zwischendurch.

„Der Test ersetzt nicht die Untersuchung eines Haus- oder Facharztes“ so Dr. Schöpf. „Aber er kann zu einer ersten Einschätzung der eigenen Gehirnleistung beitragen. Besonders verunsicherten Betroffenen wird so die Möglichkeit gegeben, sich durch die anonyme Teilnahme in der heimischen Umgebung, ohne Druck mit dem Thema auseinanderzusetzen. Bei einem auffälligen Ergebnis oder weiterer Unsicherheit, sollte dann im nächsten Schritt der Hausarzt zur Feststellung einer Diagnose aufgesucht werden.“

ots

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