Lebenslanges Lernen hält geistig fit

Mit Menschen in Kontakt kommen

Man hat nie ausgelernt
Man hat nie ausgelernt © Joujou pixelio.de

Was passiert im Gehirn, wenn wir eine neue Sprache lernen?

Lebenslanges Lernen hält geistig fit. Das gilt auch für die ältere Generation. Die Fremdsprache ermöglicht uns den Austausch mit fernen Ländern und aktiviert die Gehirnzellen.

Sprache ist eine kognitive Höchstleistung unseres Gehirns und macht uns, im Gegensatz zu jedem anderen irdischen Lebewesen, einzigartig. Mithilfe der Fähigkeit, Sätze logisch zusammenzusetzen und Grammatik zu nutzen, schaffen wir einen Austausch komplexer Ideen und Informationen untereinander. Der Gebrauch von Sprache öffnet uns Türen, erweitert den Horizont und lässt uns weltweit mit Menschen in Verbindung treten. Doch was passiert eigentlich genau in unserem Gehirn, wenn wir eine neue Sprache lernen? Und wann ist der richtige Zeitpunkt dafür?

Länger gesund und glücklich

Die hohen kognitiven Anforderungen an unser Gehirn, wenn wir zwei- oder mehrsprachig unterwegs sind, wirken stimulierend und sorgen dafür, dass wir mental länger fit bleiben. Die Fähigkeit, flexibel zwischen Aufgaben zu wechseln und Prozesse aufmerksamer zu steuern (Exekutivfunktionen), kann den Grundstein für akademischen Erfolg legen und sich somit positiv auf langfristige Gesundheit auswirken.

„Nach mehreren Studien der Universität von Toronto ist das Risiko für Alzheimer bei Menschen, die bilingual aufgewachsen sind, geringer als bei monolingualen Menschen. Für Kinder, die wir früh an eine zweite Sprache heranführen, schaffen wir so eine bessere Grundlage für ihre Gesundheit. Und nicht nur das: Besser und mit mehr Menschen kommunizieren führt zu engerem Austausch untereinander, der wiederum auch insgesamt für ein gesünderes Dasein sorgt“, so Béa Beste Bildungsexpertin

Doch jede neue Sache, die wir in unserem Leben lernen, erfordert zu Beginn eine mehr oder weniger große Überwindung. Das Risiko, nicht gleich das, was wir uns neu aneignen, zu verstehen, ist größer als routinierte Aufgaben abzuspulen. Macht uns aber etwas Spaß, fällt uns das Lernen leichter.

Das könnte Sie zum Thema auch interessieren

Unser Buchtipp: Das Vorsorge-Buch

Je früher, desto einfacher

Sprachentwicklung ist genetisch veranlagt. Bereits im Mutterleib entsteht im Gehirn die nötige Infrastruktur, um Sprache zu lernen. Bei der Geburt verfügt das Gehirn bereits über 100 Milliarden Neuronen, ein starkes Netzwerk, das sich in den ersten Jahren verfestigt und wächst. Und das durch alle Erfahrungen, die ein Kind macht. Diese neuronalen Netze sind eine hervorragende Basis für das Erlernen von Sprachen und werden durch neue Sprachen selbst gestärkt.

Béa Beste: „Kinder lernen mehrere Sprachen gerade in den ersten Jahren am leichtesten und unkompliziertesten, genauso wie sie gleichzeitig Laufen und ihre Hände benutzen lernen. Ihre neuronalen Netzwerke sind nicht nur fähig, mehrere Sprachen aufzufassen und zu unterscheiden, sie profitieren sogar davon.“

Train the brain

Auch wenn unser Gehirn streng genommen kein Muskel ist, können wir es wie einen solchen trainieren, um es zu stärken. Kinder, die früh anfangen, eine neue Sprache zu lernen, verdichten die sogenannte „graue Substanz“ in ihrem Gehirn. Also den Bereich, wo sich die Nervenzellen und Fasern befinden, die Sprache und Informationen verarbeiten und somit Kommunikationsfähigkeiten stärken. Eine kommunikationsreiche Umgebung ist daher neben den anatomischen Voraussetzungen maßgeblich für die Bi- oder Multilingualität.

Das könnte Sie dazu auch interessieren: Wieviel Vergesslichkeit ist normal?

Fokus und Aufmerksamkeit

Nutzen wir mehr als eine Sprache aktiv, ist unser Gehirn permanent damit beschäftigt, die Schnittstelle unserer unterschiedlichen Sprachkompetenzen zu managen. Dies ist wichtig, um herauszufiltern, welche Sprache wir letztlich nach außen kommunizieren. Der große Vorteil dabei ist, dass wir dadurch auch trainieren, unsere Aufmerksamkeit zu steigern und bestimmte Ereignisse zu kontrollieren und zu planen. Dadurch, dass wir unsere Sprachfähigkeiten „verwalten“ schulen wir auch unsere Selektionsmechanismen – und damit auch die Selbstregulierung. Ein ganz großes Thema für kleine und große Wesen!

 

ots

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.