Gutes Hören ist Lebensqualität!

Hörprobleme begleiten viele Menschen

Welttag des Hoerens, junge Frau mit Hoergeraet
Welttag des Hoerens, junge Frau mit Hoergeraet © BVHI

Hörprobleme machen unsicher, deshalb regelmäßige Vorsorge.

Gutes Hören ist Lebensqualität! Jeder Mensch hat ein Recht darauf, gut zu hören und dadurch die Vielfalt des Lebens zu genießen. 15.000 Hörakustikerinnen und Hörakustiker in Deutschland erfahren das bei ihrer täglichen Arbeit mit Menschen mit Hörverlust. Die EUHA empfiehlt ab dem 50. Lebensjahr jährlich das Gehör überprüfen zu lassen,” unterstreicht Beate Gromke, Präsidentin der Europäischen Union der Hörakustiker e.V.

Zum Welttag des Hörens am 3.März veröffentlicht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Ergebnisse und Empfehlungen der ersten globalen Untersuchung zu Hörminderung und ihrer Versorgung. Demnach leben 1,5 Milliarden Menschen weltweit mit einem Hörverlust. Von den 10 Millionen Menschen in Deutschland, die nach eigenen Angaben mit einer Schwerhörigkeit leben, sind fast 6 Millionen signifikant beeinträchtig. Allerdings unternimmt nur ein Drittel etwas dagegen.

Frühe Vorsorge erspart hohe Folgekosten

der WHO Report berichtet, Schwerhörigkeit kostet weltweit 980 Milliarden US-Dollar im Jahr.

Bleibt eine Hörminderung unversorgt, kann das in jeder Lebensphase schwerwiegende Konsequenzen haben: von verzögerter Sprachentwicklung und Bildungsdefiziten in Kindheit und Jugend über soziale Isolation bis hin zu einem höheren Risiko für Arbeitslosigkeit im Erwerbsalter.

Schwerhörigkeit im mittleren Lebensalter ist zudem der größte modifizierbare Risikofaktor für eine Demenzerkrankung. Die frühzeitige Versorgung einer Hörminderung ist eine wichtige Voraussetzung, um auch im fortgeschrittenen Alter gesund und unabhängig zu bleiben. Auch sind hohe gesamtgesellschaftliche Folgekosten durch eine frühe Versorgung mit Hörsystemen vermeidbar. Der World Report on Hearing der WHO bestätigt, dass „Hörsysteme wie Hörgeräte und Cochlea-Implantate effektive und kostengünstige Mittel für die Versorgung von Kindern und Erwachsenen gleichermaßen sind.“ Die WHO beziffert eine Rendite von fast 16 US-Dollar für jeden US-Dollar, der in die Ohr- und Hörversorgung investiert wird.

Die Forderung heißt, Hörgesundheit für alle!

Zur Vermeidung von Folgeerkrankungen und -kosten aufgrund unversorgter Hörminderung sind regelmäßige Hörtests elementar.

„Das von den Krankenkassen finanzierte Neugeborenen-Hörscreening ist ein erster Meilenstein. Die Hörvorsorge im Erwachsenenalter hingegen ist der Initiative jedes Einzelnen überlassen – entsprechend selten wird diese wahrgenommen“, sagt Dr. Stefan Zimmer, Vorstandsvorsitzender des BVHI. „Um die Versorgungsquote insbesondere älterer Menschen zu erhöhen, sollten Hörtests spätestens ab dem 50. Lebensjahr in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen werden“, führt er weiter aus.

HNO-Ärzte unterstützen die Forderung und unterstreichen deren medizinische Notwendigkeit: „Altersbedingter Hörverlust beginnt schleichend und anfänglich unbemerkt. Durch Kompensationsmechanismen wird das richtige Hören regelrecht verlernt. Um den damit verbundenen Risiken entgegenzuwirken, ist ein Hörscreening ab dem 50. Lebensjahr als Früherkennungsuntersuchung medizinisch erforderlich“, sagt Priv.-Doz. Dr. med. habil. Jan Löhler, Direktor des Wissenschaftlichen Institutes für angewandte HNO-Heilkunde des Berufsverbandes der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V. (BVHNO).

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