Urlaub mit dem Wohnmobil im Winter

Wintercampen kann gemütlich sein

In Coronazeiten ist das Wintercampen eine Alternative.

Tiefe Temperaturen weit unter null, Raureif auf Feldern und Bäumen, verschneite Landschaften. „Urlaub mit dem Wohnmobil im Winter ist ein ganz besonderes Erlebnis, dass sich viele Camping-Freunde nicht entgehen lassen wollen“, sagt Frank Schneider, Referent für Fahrzeugtechnik beim TÜV-Verband. „Das frostige Wetter stellt sowohl das Wohnmobil als auch die Fahrer:innen vor Herausforderungen.“ Doch mit guter Vorbereitung könnte Urlauber im behaglich warmen Wohnmobil den Winter genießen. Der TÜV-Verband zeigt, wie das gelingen kann und was Urlauber:innen beachten sollten.

Gute Vorbereitung auf den Winterurlaub

Ein Winterurlaub mit dem Wohnmobil erfordert etwas mehr Planung und Vorbereitung als eine Reise im Sommer. Das fängt bei der Wahl des richtigen Wohnmobils an, das man sich für eine Tour auch mieten kann.

„Grundsätzlich wird zwischen wintertauglichen und winterfesten Wohnmobilen unterschieden“, sagt Schneider. „Wintertaugliche Wohnmobile eignen sich nur bei Außentemperaturen bis 0 Grad. Die Fahrzeuge verfügen über eine nur bedingt frostfeste Wasseranlage und haben eine schwächere Heizleistung.“

Im Gegensatz dazu funktionieren winterfeste Wohnmobile auch bei Minusgraden und können laut den Anforderungen der europäischen Norm EN1646-1 den Innenraum bei einer Außentemperatur von minus 15 Grad innerhalb von zwei Stunden auf 20 Grad erwärmen. Zusätzlich muss die Wasseranlage frostfrei bleiben und einwandfrei funktionieren. Auch sollten die bei niedrigen Temperaturen besonders beanspruchten Batterien (Starter- und Versorgungsbatterie) regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf nachgeladen oder getauscht werden.

Zu einer guten Vorbereitung gehört außerdem die Auswahl eines passenden Stell- oder Campingplatzes. Nicht alle Campingplätze in Deutschland sind im Winter geöffnet und Urlauber:innen sollten sich im Vorfeld darüber informieren und frühzeitig buchen. Bei der Auswahl ist die Ausstattung des Wintercampingplatzes zu beachten.

Angesichts der intensiven Nutzung der Heizung sollten Urlauber:innen die Campingplätze auswählen, bei den sie die Gasflaschen austauschen oder nachfüllen können. Genauso wichtig ist auch die Stromversorgung am Campingplatz, weil die geringere Sonneneinstrahlung den Ertrag von Solaranlagen verringert. Um die volle Leistung der Batterien zu erhalten, sollte man das Fahrzeug so oft wie möglich ans Stromnetz anschließen. Ausstattungen wie beheizte Trockenräume und Aufenthaltsräume am Campingplatz bringen zusätzlichen Komfort.

Richtig heizen und lüften im Wohnmobil

Richtiges Heizen und Lüften im Wohnmobil ist das A und O beim Wintercamping. Eine regelmäßige Durchlüftung des Wohnmobils wird leider immer wieder unterschätzt. Mindestens zweimal täglich sollten Camper:innen die Türen und Fenster des Wohnmobils für fünf Minuten öffnen, um kühle Luft in den Innenraum ziehen zu lassen. Die kalte, trockene Außenluft nimmt die Feuchtigkeit auf und verhindert die Bildung von Schwitzwasser. „Im Optimalfall findet das Stoßlüften immer morgens und abends statt. Am Morgen kann man auf diesem Weg die nächtliche Feuchtigkeit herausbekommen. Das abendliche Lüften verhindert den Niederschlag von Feuchtigkeit über die Nacht“, sagt Schneider. Darüber hinaus sollten die Öffnungen der Zwangsbelüftung niemals verschlossen werden. Sie versorgen das Fahrzeug mit frischer Luft und verhindern eine Kohlenstoffmonoxid-Vergiftung.

Wichtige Einbauten mitheizen

Eine angenehme Temperatur im Wohnmobil ist nicht nur für das Wohlergehen der Camper:innen relevant, sondern auch für unverzichtbare Komponenten des Fahrzeugs. Ein großes Problem kann gefrorenes Wasser darstellen. Davon betroffen sein können unter anderem Wasserleitungen, Wasserhähne, Wassertanks und Abwassertanks. Während die erst genannten Komponenten durch die Heizung im Innenraum erwärmt werden, liegt der Abwassertank meist tief im Fahrzeugboden außerhalb des beheizten Innenraums.  Um das Einfrieren des Abwassertanks zu vermeiden, empfiehlt sich eine elektronische Heizung für den Abwassertank oder eine Einbindung des Wassertanks in die Luftheizung.

„Sollte das Wohnmobil nicht über eine Heizung für den Abwassertank verfügen, können Urlauber:innen nach der Entleerung des Abwassers am Stellplatz den Ablasshahn des Tanks offenstehen lassen und einen Plastikeimer darunter stellen. Somit kann sich das Abwasser darin sammeln und auch dort gefrieren. Letztendlich muss das Grauwasser dann noch regelkonform entsorgt werden“, so Schneider.

Nützliches Winterzubehör für den Campingurlaub

Besondere Witterung braucht besondere Ausrüstung. Unser Fahrzeugexperte empfiehlt noch folgende Winterausstattungen, die den Camper:innen den Campingurlaub erleichtern können: Isoliermatten für Fenster und Fußboden können beispielsweise den frostigen Wind verhindern, die Kälte durch kleine Ritzen ins Fahrzeug zu bringen. Gegen kalte Füße beim Campen schaffen elektrische Heizmatten schnelle Abhilfe. Zur gezielten Beheizung für bestimme Räume kann man eine kraftstoffbetriebene Zusatzheizung nachrüsten. Eine Thermohaube über der kompletten Front verhindert ein Vereisen der Windschutzscheibe sowie den Verlust von Heizwärme. Gefriert eine Fensterscheibe doch, kann man das Problem mit einem Teleskop-Eiskratzer und einem Defrosterspray einfach lösen. Bei besonders stark beschneiten Gebieten sorgen Schneeketten für mehr Sicherheit auf den Fahrbahnen.

 

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